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Amtshäuser

Wie wichtig ihnen der Oberharzer Bergbau für die Landesherrn war, zeigten sie durch eine „Ständige Vertretung“ in ihren Bergstädten: die Berghauptmannschaft mit ihrem Sitz im fürstlichen Amtshaus. So findet man heute im Zentrum von Clausthal und Zellerfeld an den riesigen historischen Marktplätzen neben dem Rathaus auch ein Amtshaus. Das historische Zellerfelder Amtshaus beherbergt heute das Amtsgericht, während im Clausthaler Amthaus bis heute eine Bergbehörde erhalten geblieben ist - das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie.

Amtsgericht in Zellerfeld

Das historische Zellerfelder Amtshaus südlich der St.-Salvatoris-Kirche beherbergt heute das Amtsgericht Clausthal-Zellerfeld. Als Amtshaus 1734 fertig gestellt diente das Gebäude diesem Zweck doch nur wenige Jahrzehnte. 1788 gelangte es in den Besitz des Kurfürstentums Hannover, als das Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel seine Gebiete im Oberharz inkl. Bergwerken und Forsten gegen fruchtbares Land und Wald im Harzvorland eintauschte.

Das Zellerfelder Amtshaus blieb jedoch ein Behördengebäude: von 1885 bis 1972 beherbergte es das Landratsamt des Kreises Zellerfeld, der mit der Gebietsreform aufgelöst wurde. Seit dem ist es Amtsgericht. (hz)

Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Clausthal

Das ehemalige Clausthaler Amtshaus war Verwaltungsgebäude für alle bergbaulichen Angelegenheiten und zugleich Amtssitz des Berghauptmanns. Das repräsentative Amtsgebäude befindet sich direkt gegenüber der Marktkirche zum Heiligen Geist, die im Zentrum des historischen Marktplatzes steht. So standen sich im Herzen Clausthals weltliche und kirchliche Macht gegenüber.

Das ehemalige Amtshaus wurde nach dem großen Clausthaler Stadtbrand von 1725 unter Verwendung der Grundmauern des Vorgängergebäudes neu aufgebaut. In preußischer Zeit entstand von 1904-1907 nach dem Abriss der Stall- und Hofgebäude auf der Westseite ein großer Erweiterungsbau, in dem Bibliothek und Archiv des Bergamtes untergebracht wurden. 2000 wurde ein neues Archivgebäude fertig gestellt, dessen berühmter Architekt - Prof. Meinhard von Gerkhan - für seine Bauwerke mehrfach ausgezeichnet wurde. 4000 m Aktenbestand und archivarische Kostbarkeiten werden hier aufbewahrt, darunter die Bergfreiheit Herzog Heinrich des Jüngeren von 1524. Der gesamte Gebäudekomplex mit dem hannoverschen und dem preußischen Flügel sowie dem Neubau des 21. Jh. bildet einen interessanten architektonischen Dreiklang.

Vor einigen Jahren wurde der Giebelschmuck wieder hergestellt, der sich von 1731 - 1866 über der Eingangstür gegenüber dem Glockenturm der Marktkirche befand. Er zeigt das königlich großbritannische  und kurfürstlich hannoversche Wappen. Ursprünglich war die Fassade des Amtshauses fachwerksichtig, aber aus klimatischen Gründen ließ Oberbergrat Julius Albert 1838 eine Holzverschalung anbringen, die nach außen den Anschein einer Steinfassade hatte und dem zeitgenössischen Schönheitsbild entsprach.

Im Erdgeschoss des Amtshauses zeugen das repräsentative Treppenhaus, mehrere Ausbeutefahnen und Ausstellungsstücke wie Mineralien sowie der Stuhl aus Erz, den schon Heinrich Heine in seiner „Harzreise“ beschrieb, von der Blütezeit des Oberharzer Bergbaus im 18. Jahrhundert.

Im ersten Stock befanden sich Gästezimmer, dienstliche und repräsentative Räumlichkeiten und seit dem 19. Jh. auch die Wohnräume des Berghauptmanns.  Der schönste und größte Raum ist der sog. Weiße Saal im (neo-)barocken Ambiente.

Obwohl die traditionsreiche Behörde in der Bevölkerung häufig noch als Oberbergamt bezeichnet wird, führte sie seit 2001 die Bezeichnung Landesbergamt; 2006 nochmals umgewandelt in Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Das Landesamt ist Aufsichtsbehörde für alle bergbaulichen Tätigkeiten inklusive der Erdölaktivitäten auf dem Festland für ganz Norddeutschland. (hz)

Besichtigung
Eingangshalle und Treppenhaus sind geöffnet
Montag bis Donnerstag von 9.00 bis 15.30 Uhr
Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr

Literatur
Fürer, Gotthard: Das Amtshaus zu Clausthal, Clausthal-Zellerfeld o.Jg.